MAGAZIN-02

HAST DU SCHON MAL EINEN BAUM GEGESSEN?
WILDE WALDAROMEN VON FICHTE, TANNE UND CO.

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Kaum sind die Feiertage vorbei, wandern Weihnachtskugeln, Strohsterne und Lichterketten – gut verpackt in ihren Kartons – zurück in die Kommode oder in den Keller, wo sie auf die nächste Weihnacht warten.

Und wie immer stellt sich die Frage, was mit dem Baum passiert. Einfach aus dem Fenster werfen wie die alten Schweden? Oder aufheben bis zum Funkenfeuer? Gute Idee! Aber bevor du das machst, ernte noch schnell die Nadeln von deiner Tanne oder Fichte. Die lassen sich nämlich essen. Schmeckt, als würdest du voller Genuss in den Wald beißen. Einfach so.

NADELÖL | KALTINFUSION | AROMATISIERT

ZUTATEN
50 Gramm Nadeln
500 ml Pflanzenöl
oder eine Mischung aus verschiedenen Ölen
(Oliven, Raps-, Sonnenblumenöl oder gemischt mit Traubenkernöl)

Nadeln grob schneiden und mit dem Öl oder der Ölmischung in ein verschließbares Glas geben und ca. 3 Wochen ausziehen lassen und währenddessen immer mal wieder das Gefäß schütteln.

Nach der Auszugszeit filtern und in saubere Flaschen abfüllen. Kühl und dunkel lagern. Das aromatisierte Öl ist ca. 6 Monate haltbar.

Wusstest du, dass Fichte, Lärche, Zeder, Tanne und Kiefer Koniferen sind und zur Familie der Kieferngewächse gehören? Im Gegensatz zu Laubbäumen tragen sie keine Früchte wie Äpfel, Eicheln oder Kirschen, sondern bilden für die Weiterverbreitung und Schutz ihrer Samen kegelförmige Zapfen aus. Daher kommt auch der Begriff „Konifere“, was im lateinischen soviel wie „Zapfenträger“ (conus = Zapfen, ferre = tragen) bedeutet.


Die Koniferen gibt es schon viel länger als Laubbäume auf unserer Erde und evolutionär haben sich die Früchte erst viel später ausgebildet.


Während die Laubbäume im Herbst ihre Blätter abwerfen und im Winter kahl dastehen, sind Nadelbäume das ganze Jahr mit ihren frischen, grünen Nadeln bedeckt. Und diese in der Küche zu verwenden ist was ganz Besonderes. Denn die Nadeln stecken voller aufregender Aromen und Inhaltsstoffen.


Geschmacklich variieren die einzelnen Nadelbäume stark. Die Tanne erinnert an Mandarinen, die Kiefer hat ein leicht pfeffriges Aroma, die Douglasie schmeckt nach Orangen, die Fichte nach Zitronen.

FRISCHE FICHTENBUTTER

ZUTATEN
250 g Butter
2-3 Esslöffel frische Fichtennadeln
1 Prise Salz

Optional:
Zitronenschalenabrieb

Die Butter aus dem Kühlschrank nehmen und etwas anwärmen lassen, damit die Fichtennadeln leichter untergehoben werden können.

Fichtennadeln sehr fein schneiden oder mit einem Pürierstab kurz anmixen. Die sehr fein geschnittenen Nadeln nun unter die Butter heben. Eine Prise Salz dazu und optional noch ½ Esslöffel abgeriebene Zitronenschale

In ein Glas füllen und im Kühlschrank einen Tag lang durchziehen lassen. Schmeckt unglaublich gut auf getoastetem Brot.

Alle Infos zum essbaren Weihnachtsbaum, sowie die leckeren Rezepte und die schönen Fotos haben wir von der wunderbaren Victoria Lorenz bekommen. Die Kräuterpädagogin und Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaften hat ein ganzes Buch mit Waldrezepten verfasst und gibt darin ganz viel Hintergrundinformationen zu den Bäumen und jede Menge hilfreiche Tipps. Denn aufgepasst: Nicht jeder Nadelbaum ist essbar! Die Eibe zum Beispiel ist giftig und nicht zum Verzehr geeignet.

Victorias e-book kannst du hier käuflich erwerben:

01: Warum heißt ihr eigentlich Liebwerk?
ACH, DAS IST EINE LANGE GESCHICHTE.
SIE GEHT ZURÜCK INS JAHR 1752.